Jeden Mittwoch von 16-18 Uhr haben Kinder und Jugendliche aus dem Waldtal die Möglichkeit im St. Martin Haus gemeinsam zu kochen. Die TeilnehmerInnen dürfen selber bestimmen, was gekocht werden soll. Unter Anleitung können sie die nötigen Lebensmittel einkaufen und ihre gewünschten Gerichte eigenständig zubereiten. Hier soll vor Allem das miteinander Kochen und das gemeinsame Essen im Vordergrund stehen.

Am 31. August bekam das St. Martin Haus Besuch von vier jungen Männern aus Syrien, welche seit ca. 9 Monaten in Deutschland leben und neue Kontakte knüpfen wollen. Der Grundgedanke war, dass sie mit Kindern und Jugendlichen aus dem Waldtal kochen und dabei die deutsche Sprache besser kennenlernen. Nachdem die Gäste, begleitet von einem Mitarbeiter des St. Martin Hauses, die notwendigen Lebensmittel in einem türkischen Supermarkt eingekauft haben, fingen sie mit dem Kochen an. Sie wollten dem St. Martin Haus einige Spezialitäten aus ihrem Heimatland präsentieren. Nicht nur die außergewöhnlichen Lebensmittel, wie zum Beispiel getrocknete Limonen und diverse heimische Kräuter, sondern auch die Leidenschaft, Hingabe und Liebe mit der die vier Syrer an das Kochen ran gingen, begeisterten alle. Sie waren stets bemüht, allen ein köstliches Mittagessen zuzubereiten und dabei mit den Teilnehmern in Kontakt zu kommen. Einige von ihnen sprechen bereits sehr gut deutsch, bei anderen gibt es noch kleine sprachliche Barrieren, was die Kommunikation jedoch nicht sonderlich beeinträchtigte.

Nachdem die vier jungen Männer über zwei Stunden in der Küche waren, wurde den Teilnehmer und den Mitarbeitern des St. Martin Hauses ein beeindruckendes Mittagessen serviert. Zum Essen kamen ca. 20 Leute und es gab Hähnchen, Reis, Salat und Humus, was erst mal nicht besonders außergewöhnlich klingt. Die Zubereitung war jedoch eine völlig andere, als die, die man in Deutschland kennt. Die vier jungen Syrer warteten aufgeregt darauf, dass alle ihr Essen probierten. Ihre Erleichterung, als sie merkten, dass es allen schmeckte, konnte man deutlich spüren. Die Teilnehmer und die Mitarbeiter waren alle begeistert von der außergewöhnlichen Zubereitung der Gerichte. Beim Essen unterhielt man sich über alltägliche Dinge, kulturelle Unterschiede, aber auch über die Fluchterfahrungen und das Leben der vier jungen Männer. Jeder hörte jedem aufmerksam zu. In manchen Augenblicken konnte man deutlich spüren, wie bisherige Einstellungen und Meinungen überdacht oder verworfen wurden. Beide Seiten lernten voneinander und einige Barrieren konnten aus dem Weg geräumt werden. Man merkte, dass es doch nicht so viele Unterschiede gab.

Im Anschluss besuchten die vier jungen Männer noch den Jugendclub des St. Martin Hauses und spielten mit den Jugendlichen Tischkicker und Billard. Es herrschte eine entspannte Atmosphäre und alle schienen glücklich und ausgeglichen. Alle Beteiligten waren sich einig, dass es ein gelungener Tag war und, dass man diese Aktion unbedingt wiederholen wird.

 Von: Natalija Schmidt
 

Kommentare sind geschlossen